Warum wird legiert

Um die in der Einleitung genannten "Schwächen" zu beheben, werden hauptsächlich Silber und Kupfer beigemengt. Das geschieht in flüssiger Form, also im geschmolzenen Zustand bei Temperaturen über 1000 Grad.

Durch die unterschiedlichen Anteile von Gold, Silber und Kupfer werden 3 Eigenschaften der Legierungen beeinflusst: Farbe, Härte und, nicht zuletzt wegen dem hohen Goldkurs (Februar 2017), der Preis.

Der Anteil vom Gold regelt in erster Linie den Preis. Gold ist rund 50 mal teuerer als Silber (Stand Oktober 2012) und Silber ist wiederum viel teuerer als Kupfer. Somit wird klar, dass eine Legierung mit 1/3-Goldanteil erheblich günstiger ausfällt als eine Legierung mit einem 3/4-Goldanteil. Beim ersten Zahlenverhältnis würde ein 10 g schweres Schmuckstück 3.3 g Feingold, beim zweiten 7.5 g Feingold enthalten. Somit unschwer nachzuvollziehen, welche Legierung teuerer sein muss.

Dieser Anteil des Goldes wird auch gestempelt.
Diese Stempel sagen aber nichts über die weiteren Beimischungen und deren Verhältnis untereinander aus, welche für Farbe und Härte zuständig sind.

Eine reine Gold-Silber-Legierung hätte zur Folge, dass zwei weiche Metalle zusammentreffen und wie Feingold nicht für die Schmuckverarbeitung geeignet wäre. Außerdem ergäbe sich eine blassgelbe bis grünliche Färbung. Eine reine Gold-Kupfer-Legierung hätte dagegen zwar eine deutlich größere Härte, würde aber von der Farbe her kaum als Gold angesehen werden.

Die Lösung ist eine ausgewogene Mischung von Silber und Kupfer, wobei der Anteil von Kupfer die Farbe regelt. Viel Silber und wenig Kupfer ergibt eine blaßgelbe, umgekehrt eine rötliche Farbe. Dazwischen sind theoretisch alle Variationen denkbar, jedoch beschränkt man sich im allgemeinen auf die 3 Farbstufen blaßgelb, rötlich und rot.

Bei hohen Goldlegierungen ist man wegen der Härte auf eine gewisse Mindestmenge von Kupfer angewiesen. Deshalb haben solche Goldlegierungen meist eine kräftigere Farbe, also eine rötlichere Tönung. 

Bei Weißgolden muss ein "Weißmacher" zulegiert werden. Dies war früher hauptsächlich Nickel, ein kostengünstiges Weißmetall. Wegen der dadurch immer häufiger verursachten allergischen Hautreaktionen wird heute aber auf Palladium (gesundheitlich nicht unumstritten) oder andere Platin-Nebenmetalle zurückgegriffen. Der deutlich höhere Wert dieser Edelmetalle schlägt damit natürlich auch auf den Preis durch.

Aber auch durch noch so viel Nickel oder Palladium wird gelbes Gold leider nicht wirklich weiß, sondern besitzt einen leicht grauen Farbton. Deshalb ist Weißgoldschmuck (oder ein in Weißgold gearbeiteter Teilbereich) rhodiniert, d.h. mit einem wirklich weißem Edelmetall, dem Rhodium, galvanisch überzogen.

Platin und Silber sind Weißmetalle, welche weder zur Veränderung der Farbe noch des Preises legiert werden.

Bei Platin findest man fast ausschließlich die Punzierung 950, ein Mischungsverhältnis, das sich im Schmuckbereich bewährt hat. Dieser hohe Platinanteil schlägt sich zwangsläufig im entsprechenden Preis nieder und die Legierung ist auch entsprechend schwer, etwa so wie Feingold.
Zum Vergleich: Platin hat ein spezifisches Gewicht von 21.45, Gold von 19.3 (g je cm³).

Silber wird ausschließlich der Härte und damit der Belastbarkeit wegen legiert. Die Feingehalte reichen von 800 bis 935/1000, wobei hauptsächlich Kupfer als Zusatz verwendet wird. Legierungen unter 800 findet man nur noch bei sehr alten Besteckteilen. Weil diese aber durch das Kupfer nicht mehr ganz weiß erscheinen, finden sie heute keine Anwendung mehr.
Beim Schmuck hat sich Sterlingsilber durchgesetzt, welches der Stempelung 925 entspricht.

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